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Berufliche Veränderungen – Fluch oder Segen?


„Ich brauche die Abwechslung.“

„Jeden Tag nur im Büro sitzen, das könnte ich nicht.“

„Ich möchte einen Beruf mit ganz vielen Möglichkeiten.“


So, oder so ähnlich, höre ich regelmäßig Aussagen zur Berufs- oder Stellenauswahl. Und trotzdem empfinden viele Arbeitssuchenden die Veränderung durch eine Kündigung, ob selber initiiert oder vom Unternehmen ausgesprochen, als belastend. Ist das ein Widerspruch? Nicht wirklich!

Ich kann Abwechslung und häufige Veränderung lieben und doch bringen Veränderungen Unruhe in einen gewohnten Ablauf, selbst einen unroutinierten Ablauf mit vielen spannenden beruflichen Herausforderungen. Und genau diese Unruhe wird von vielen Arbeitnehmern und Privatpersonen als stressig oder herausfordernd erlebt. Doch warum stressen uns Veränderungen so sehr? Und was passiert dabei?

Die schweizerisch-amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross hat sich mit der elementarsten Veränderung unseres Lebens befasst – dem Tod. Dabei entwickelte sie eine Veränderungskurve die beschreibt in welchen emotionalen Schritten Menschen einschneidende Erlebnisse und Veränderungen durchlaufen.




Im Laufe einer wesentlichen Veränderung, wie zum Beispiel dem Wechsel der Arbeitsstelle, erleben wir dabei einen Auf- und Abschwung der Emotionen bis wir zur Akzeptanz und Integration unserer neuen Realität kommen. Wie können wir Veränderungen im Rahmen des Stellenwechsels begegnen, um den natürlichen Prozess der Veränderung gut und mit positivem Ergebnis zu bewältigen?


5 Tipps zur Veränderungsbewältigung


Akzeptanz üben, statt zu kämpfen

Veränderungen gehören zu unserem beruflichen Alltag. Auch der Wechsel des Arbeitsplatzes ist ein Teil unserer beruflichen Entwicklung. Versuchen Sie dies als Tatsache anzunehmen und die Veränderung zu begrüßen, statt sie zu bekämpfen. Damit behalten Sie Ihre Energie für andere wichtige Schritte, statt sie im Kampf zu vergeuden. Stellen Sie sich hierzu folgende Fragen:

  • Habe ich Einfluss auf das Geschehen?
  • Könnte ich Einfluss darauf nehmen?

Wenn sich zeigt, dass Sie weder Einfluss haben noch nehmen können, dann ist der Kampf sinnlos und sie können Ihre Zeit und Energie besser in die Gestaltung des Arbeitsplatzwechsels stecken.


Aktiv statt reaktiv

Gestalten Sie den Arbeitsplatzwechsel proaktiv mit, statt abzuwarten und zu hoffen, dass irgendjemand Ihnen Angebote und Ideen präsentieren wird. Sie können aktiv Vorschläge zum Austritt und dem Übergang bei Ihrem alten Arbeitgeber machen und sich aktiv in den Start am neuen Arbeitsplatz einbringen. Nutzen Sie die Übergangsphase zur Reflektion und Neuausrichtung für Ihre Tätigkeit.

Wechseln Sie Ihre Perspektive.

Auch wenn die Situation für Sie gerade unbeständig und belastend sein mag, versuchen Sie einmal einen optimistischen Blick auf die Situation. Was sind die positiven Aspekte der Situation? Lernen Sie gerade etwas, dass für Sie später wichtig sein wird? Welche neuen Begegnungen haben Sie durch den Arbeitsplatzwechsel erlebt? Optimismus erhöht Ihre Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit gegenüber Herausforderungen, und schützt Sie so vor übermäßigem Stress. Tun Sie also nicht nur der Situation, sondern auch Ihrem Körper und Geist etwas Gutes durch eine Portion Optimismus.


Schaffen Sie Sicherheit durch Routinen.

Insbesondere in unruhigen und unsicheren Zeiten können kleine Routinen den großen Abwechslungen einen ruhigen Gegenpol bieten. Mit täglichen Abläufen oder Ritualen am Morgen oder Abend schaffen Sie Beruhigung für die emotionalen Herausforderungen. Stehen Sie z.B. immer zur gleichen Zeit auf und schaffen eine Routine am Morgen oder gestalten Sie eine Feierabendroutine bevor Sie ins Bett gehen. Damit erhalten Sie Verlässlichkeit für sich und ein sicheres Gefühl in den unsicheren Zeiten.


Suchen Sie sich Unterstützung.

Sie müssen nicht allein durch die Veränderung gehen. Berufliche Veränderungen sind keine Schande und ein ganz natürliches Phänomen im Arbeitsleben. Nutzen Sie Unterstützungsangebote aus Familie-, Freundes- und Kollegenkreis. Das Netzwerk aus Personen, die Sie kennen, aber auch externen Experten, kann Ihnen helfen schneller und leichter durch diese Veränderungsphase zu kommen, damit Sie am Ende ebenfalls eine Unterstützung für andere Menschen in ähnlichen Lebensphasen sein können.


Ob berufliche Veränderungen Fluch oder Segen sind, hängt ganz von Ihnen ab. Es liegt in Ihrer Hand diesen Prozess, auch mit Unterstützung, zu gestalten. Nutzen Sie Ihre Ressourcen und Möglichkeiten, denn Sie haben den Segen der Veränderung verdient.

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